VOIP für mehrere Anschlüsse über ein Modem zulässig?

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VOIP für mehrere Anschlüsse über ein Modem zulässig?

Beitragvon Interessent » Di 18. Dez 2007, 11:59

Hallo!

Ich möchte meinen WDSL-Anschluss (Fritzbox 7050) umrüsten und dann auch VOiP nutzen.
Nun haben wir im Haus insgesamt 4 Anschlüsse alter Art (Telecom) mit 3 verschiedenen Rufnummern.

Frage: Kann ich mehrere Rufnummern einrichten und ist dies auch zulässig?
Oder muss jeder, obwohl nur 1 Partei einen PC mit Internetzugang nutzt, die Gebühr von 25,90 Euro bei den Stadtwerken für den Zugang zahlen?


Ich wünsche allen Forumnutzern Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch in 2008!!!
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Beitragvon Martin L. » Di 18. Dez 2007, 12:30

Hallo Interessent,
die Gebühr wird natürlich nur einmal fällig. Du zahlst für den Internetzugang. Wieviele Computer oder Telefone du dann daran hängst, bleibt Dir überlassen.

Inwiefern du deine Telefone dann anschließen kannst, weiß ich nicht genau. Ich glaube aber, dass die 7050 nur zwei VoIP-Anschlüsse hat. (Kann man eine ganze Telefonanlage anschließen und die über VoIP gehen lassen?).
Dies muss dann, zB bei Sipgate, tariflich berücksichtigt werden (hier: Plus-Tarif, +3,90 im Monat), damit man einstellen kann, dass verschiedene Telefone bei verschiedenen Nummern aber gleicher Sipgate-ID klingeln.
Aber das kann dir jemand anderes bestimmt noch besser erklären. :oops:
Martin L.
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Re: VOIP für mehrere Anschlüsse über ein Modem zulässig?

Beitragvon KHS » Di 18. Dez 2007, 22:09

Interessent hat geschrieben:Ich möchte meinen WDSL-Anschluss (Fritzbox 7050) umrüsten und dann auch VOiP nutzen.

Die Frage verstehe ich nicht ganz. Was heisst umrüsten? Soll da eine Fritzbox 7050 dran? Oder hängt an der Fritzbox derzeit nur ein PC und es sollen jetzt auch noch vier Telefone dran?

Interessent hat geschrieben:Nun haben wir im Haus insgesamt 4 Anschlüsse alter Art (Telecom) mit 3 verschiedenen Rufnummern.

Sind das drei analoge Anschlüsse, d.h. drei unabhängige Verträge in getrennten Wohnungen? Oder ist das ein ISDN Anschluss mit drei Nummern, den sich mehrere Familienmitglieder teilen? Hängt an dem NTAB der Telekom eine ISDN Anlage (irgendein Eumex Modell), an das die vier analogen Telefone angeschlossen sind?

Interessent hat geschrieben:Frage: Kann ich mehrere Rufnummern einrichten
Auch hier ist die Frage unklar. Man kann die Fritzbox auch ohne VoIP als Telefonanlage nutzen, indem man sie eingangsseitig mit dem Telekomanschluss verbindet (egal ob Analog- oder ISDN Anschluss). Drei Telekom Eingangsleitungen sind aber nicht vorgesehen.

Für VoIP kann man dagegen in der Fritzbox beliebig viele VoIP Accounts (Rufnummer mit Zugangsdaten zum VoIP Provider) eintragen. (Die laufen ja parallel über die gleiche Internetverbindung.) Die Fritzbox 7050 reagiert dann auf Anrufe zu jeder angemeldeten Rufnummer. Bei jeder Rufnummer kann man konfigurieren, an welchem der (maximal drei) angeschlossenen Telefone es dann klingelt. Umgekehrt kann man für jedes Telefon festlegen, über welchen VoIP Account man raustelefoniert. Man kann also drei VoIP Accounts den drei angeschlossenen Telefonen so zuordnen, als ob es drei unabhängige Anschlüsse wären. Jede VoIP Nummer klingelt nur an einem Telefon, und jedes Telefon ruft nur über seine eigene VoIP Nummer raus.

Wenn es sich um einen ISDN Anschluss handelt, kannst du die vorhandene ISDN Telefonanlage an die Fritzbox dranhängen. Also die Fritzbox zwischen Telekomanschluss und ISDN Anlage schalten. Für die daran angeschlossenen Telefone bleibt dann alles wie bisher. Die Programmierung der ISDN Anlage muss aber mit der Fritzbox abgestimmt werden.

Ich selbst habe zum Beispiel fünf VoIP Rufnummern: eine 06462 bei sipgate.de, eine 01801 bei dus.net und dreimal 06462 bei dus.net (meine ehemaligen T-ISDN Nummern). An meiner Fritzbox 7170 hängen zwei DECT-Basisstationen mit vier Schnurlostelefonen und ein festes Analogtelefon. Zudem ein ISDN Telefon. Das feste Analogtelefon (Schwiegereltern) hat seine eigene VoIP Rufnummer zugeordnet und ist scheinbar unabhängig von dem Rest. Alle anderen Nummern klingeln an den restlichen Telefonen. Zum Raustelefonieren wird grundsätzlich die sipgate.de Rufnummer verwendet, wg. der sipgate flatrate. In den ersten Monaten hatte ich den ISDN Anschluss auf die Fritzbox geschaltet, sodass eingehende Anrufe darüber verteilt wurden. Nach der Portierung zu dus.net musste ich nur diese drei Rufnummern in der Fritzbox neu konfigurieren. Weder die Anrufer noch meine Familie bemerken den Unterschied.

Interessent hat geschrieben:und ist dies auch zulässig? Oder muss jeder, obwohl nur 1 Partei einen PC mit Internetzugang nutzt, die Gebühr von 25,90 Euro bei den Stadtwerken für den Zugang zahlen?

Das ist ebenso eine knifflige Frage. Wenn nur ein WDSL Vertrag existiert, d.h. nur ein Funkmodem vorhanden ist, muss auch nur einmal die WDSL Monatsgebühr bezahlt werden. In den AGB zum WDSL Vertrag steht dazu im Abs. 7. Mehrplatzbetrieb. Die Internet-Anbindung kann im Einzelplatz- oder Mehrplatzbetrieb verwendet werden. Mehrplatzbetrieb ist jedoch nur innerhalb der Wohnung bzw. des Haushalts bzw. bei Business-Tarifen des Betriebes zulässig. Eine darüber hinausgehende Gemeinschaftsnutzung eines Anschlusses bspw. durch Nachbarn mit WLAN ist nicht zulässig. Wenn es sich bei den "Parteien" also um Familienmitglieder handelt (z.B. drei Generationen unter einem Dach, wie bei mir) ist das OK. Bei einem Mietshaus mit abgeschlossenen Wohnungen würde ich die anderen Mieter aber als "Nachbarn" bezeichnen. Ob man den WDSL Internetzugang für Datendienste am PC oder zum Telefonieren nutzt, ist dabei unerheblich.

Übrigens kann man auch mit einer einzigen VoIP Rufnummer (z.B. bei sipgate.de) mehrere Gespräche gleichzeitig führen. Während eines laufenden Gesprächs klingeln dann nur die anderen Apparate. Oder man kann an einem weiteren Apparat ein zweites Gespräch aufbauen. Selbstverständlich kann man mit derr Fritzbox auch mehrere Telefonate wechselweise am gleichen Telefon führen (Makeln) oder die Gespräche miteinander verbinden (Konferenz). Da sind die 1000kbit upload beim WDSL ein dicker Pluspunkt, denn bei einem T-DSL Anschluss sind die 128kbit upload schon mit zwei Telefonaten (ISDN Qualität) voll belegt.
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Hallo KHS ....

Beitragvon Interessent » Mi 19. Dez 2007, 07:33

Hier noch mal zum besseren Verständnis:

An der Fritzbox 7050 hängt derzeit nur der PC.

Die 4 Telefone mit 3 verschiedenen Rufnummern (insgesamt 3 externe Telefonanschlüsse) sind alle analog, d.h. keine ISDN.
Dabei sind 2 Rufnummern mit jeweils 1 Analogtelefon angeschlossen, 1 weiterer Analoganschluß ist so geschaltet, dass zwei Telefone parallel klingeln.

Alle Analoganschlüsse sollen bei der T-Com gekündigt werden, die Rufnummern portiert und dann über eine Antenne und die eine Fritzbox entsprechend geroutet werden.


Allen Nutzern dieses Forums wünschen wir FROHE WEIHNACHTEN!!!
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Re: Hallo KHS ....

Beitragvon KHS » Mi 19. Dez 2007, 09:52

Interessent hat geschrieben:Die 4 Telefone mit 3 verschiedenen Rufnummern (insgesamt 3 externe Telefonanschlüsse) sind alle analog, d.h. keine ISDN.
Dabei sind 2 Rufnummern mit jeweils 1 Analogtelefon angeschlossen, 1 weiterer Analoganschluß ist so geschaltet, dass zwei Telefone parallel klingeln.

Dann ist die Frage sehr einfach zu beantworten: Ja das geht! Ganz einfach: Siehe meinen Erfahrungsbericht zur Rufnummerportierung vom Dez.2006.

1) Für jeden der drei Telekom Anschlüsse muss ein separater Vertrag (mit Portierungsauftrag) bei einem VoIP Anbieter abgeschlossen werden. Das kostet, im Gegensatz zur Telekom, bei vielen VoIP Providern keinen Cent. Der VoIP Provider kündigt dann die Telekom Anschlüsse. :D

2) Mit der Vertragsbestätigung bekommt man die Zugangsdaten (Rufnummer und alle anderen Einstellungen für die Fritzbox) mitgeteilt. Für jede Rufnummer legt man in der Fritzbox unter >Einstellungen >Telefonie >Internettelefonie >Neue Internetrufnummer die entsprechenden Rufnummer an. :wink:

3) Wenn dann die Telekom die Anschlüsse abschaltet, müssen die vorhandenen Telefonapparate an die Fritzbox angeschlossen werden. Die Telekom lässt sich dabei (verständlicherweise) mehrere Wochen Zeit. Auch stellt sie in der Abschlussrechnung 7,89 Euro für die Mitnahme der Rufnummer in Rechnung.

Tipp: Je nachdem, wo die Fritzbox steht, ist es evtl. am einfachsten, eine 6-adrige Leitung (3x a/b) von der Fritzbox zum Telekom Hausanschluss zu verlegen. Dann kann man nach der Telekom Abschaltung die Telefone dort umklemmen.

Danach sollte deine Fritzbox 7050 wie folgt verschaltet sein:
Bild
- Der DSL und der ISDN/Analog Eingang bleiben leer.
- Am Fon-S0 Ausgang hängt auch nichts.
- An die Fon1, Fon2 und Fon3 Ausgänge werden die vorhandenen Telefonapparate angeschlossen. Die zwei parallelgeschalteten Telefone bleiben auch hier zusammen.
- Der USB Anschluss bleibt ungenutzt.
- An LAN1 hängt das WDSL Funkmodem.
- An LAN2 ist der Computer angeschlossen.
- Der WLAN Funkbetrieb bleibt abgeschaltet.
USB und WLAN könnten aber in Zukunft wichtig werden, wenn mehr als ein PC ins Haus kommt.

Bei der Wahl eines VoIP Anbieters gibt es hier im Forum Berichte von verschiedenen Anbietern. Ich selbst habe nur Erfahrung mit www.sipgate.de und www.dus.net. Beide haben Vor- und Nachteile: Sipgate ist mit der Flatrate für 8,90 Euro/Monat preisgünstiger. Allerdings nutzt kaum jemand die Sipgate Flatrate aus. Mit einem Sipgate Prepaid Vertrag und 1,79 Ct/min kann man rund 500 Minuten/Monat telefonieren, bis man die 8,90 Euro zusammen hat. Dann ist der dus.net starter Tarif mit 1,49 ct/min und sekundengenauer Abrechnung günstiger. Wer Kinder hat und diese oft auf dem Handy anruft, kommt trotz 17,9 ct/min wegen der sekundengenauen Abrechnung bei dus.net günstiger weg. Allerdings berechnet dus.net 30 euro für die Rufnummerportierung.

Mit einem einzigen PC sehe ich noch das Problem mit den Telefonrechnungen. Diese werden bei den VoIP Providern grundsätzlich per Email verschickt und sind zudem per Online Kundenseiten zugänglich.
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Beitragvon Martin L. » Mi 19. Dez 2007, 12:22

Wie gesagt, braucht man aber bei Sipgate den Plus Tarif, damit man unter einer Sip-ID verschiedene Nummern zuordnen lassen kann.
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